Geschichte der saharauischen Bevölkerung
in der Westsahara

 

1884/85            Berliner Kongress. Die Westsahara wird von den europäischen Mächten als spanische Kolonie anerkannt.

 

1956                Marokko wird unabhängig. Es macht aufgrund vager historischer Bindungen Ansprüche auf das gesamte Gebiet der spanischen Kolonie Westsahara geltend.

 

1960                UN-Resolution für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Kolonialländer.

 

1962                      Gründung einer Phosphat-Firma in der Westsahara. Es wir klar, dass die Phosphatvorkommen in Bu Caraa zu den größten der Welt gehören.

 

1965              Erste UN-Resolution für die Unabhängigkeit der Westsahara.

 

1975               Der spanische Diktator Franco stirbt. Seine politischen Erben ziehen sich aus der Westsahara zurück. Im November 1975kommt es zum sogenannten "Grünen Marsch". König Hassan lässt die ehemalige spanischen Kolonie von rund 350.000 Marokkanern besetzen.

 

1976               Die marokkanische Armee beginnt einen blutigen Krieg gegen die Zivilbevölkerung und die Befreiungsbewegung Frente Polisario. Mehr als die Hälfte der saharauischen Bevölkerung flieht über die Grenze nach Algerien. Bis heute leben etwa 165.000 Flüchtlinge in vier Lagern rund um die westalgerische Oasenstadt Tindouf.

 

1991               Nach 15 Jahren Guerillakrieg handelte die UNO einen Waffenstillstand auf. Seitdem bemüht sich die UN-Friedensmission "MINURSO" erfolglos um die Lösung des Konfliktes. Fünf Termine für ein Referendum wurden bereits angesetzt. Keiner davon ist zu Stande gekommen. Mittlerweile leben circa 400.000 marokkanische Siedler in der Westsahara - mehr als die saharauische Bevölkerung insgesamt.

 

2004                      Seit März dürfen sich nach fast 30-jähriger Trennung ausgewählte Familien auf beiden Seiten der Grenzen besuchen. Das Besuchsprogramm wurde mit maßgeblicher Unterstützung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) ins Leben gerufen. 2005 wird das Programm für viele Monat außer Kraft gesetzt, weil es zwischen Marokkanern und Saharauis zu Streitigkeiten bezüglich der Umsetzung kommt.

 

2005               Das "MINURSO"-Mandat für die Westsahara wird erneut verlängert.

 

2006               Februar: Nach sintflutartigen Regenfällen in der Region um Tindouf werden in den Flüchtlingslagern 50.000 Saharauis obdachlos. Um den Menschen zu helfen, errichtet das UNHCR eine Luftbrücke.

 

2007               Der UN-Sicherheitsrat hat mit der Annahme einer weiteren Resolution (Nr. 1745) zur Westsahara am 30. April erneut das Recht des saharauischen Volkes auf Selbstbestimmung betont. Marokko und die Frente Polisario werden aufgerufen, direkte Verhandlungen ohne Vorbedingungen unter der Hoheit der Vereinten Nationen aufzunehmen.