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Mit einem Teil des Reisepreises, den die Läuferinnen und Läufer entrichten sowie mit anderen Spenden, wird ein dringend benötigtes Schulprojekt des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) für saharauische Kinder gefördert. Lesen Sie mehr zur Bildungssituation in den Flüchtlingscamps und zum geförderten Projekt.
Hintergrund
Als Folge des marokkanischen Einmarsches in das Gebiet der Westsahara (1975/1976) und des folgenden bewaffneten Konflikts zwischen Marokko und der Unabhängigkeitsbewegung POLISARIO leben weiterhin schätzungsweise 165.000 saharauische Flüchtlinge im Westen Algeriens. Viele von ihnen sind bereits seit 30 Jahren im Exil. Die vier Flüchtlingslager (El-Aiun, Awserd, Smara und Dakhla) liegen in der Nähe der Stadt Tindouf.
Humanitäre Organisationen wie UNHCR und das Welternährungsprogramm (WFP) tragen wesentlich zur Versorgung der Flüchtlinge bei. UNHCR leistet dabei nicht Hilfe für die gesamte Flüchtlingsgemeinschaft, sondern versucht gezielt, die Situation besonders schutz- und hilfsbedürftiger Flüchtlinge zu verbessern. Ihre Zahl wird auf 90.000 geschätzt. Rund 70 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder.
UNHCR stellt für diese Gruppe zusätzliche Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter (etwa Gas zum Kochen) zur Verfügung und fördert die Gesundheitsversorgung, den Betrieb von Trinkwasser- und Sanitäranlagen, den Schulunterricht und die berufliche Bildung. Das UNHCR-Programm findet in enger Zusammenarbeit mit den saharaurischen Vertretern statt. Zugleich wird 2007 ein gemeinsames UNHCR-/MINURSO-Programm fortgeführt, das den Flüchtlingen Familienbesuche in der Westsahara und Telefonate in ihre Heimat ermöglicht.
Die Situation im Bildungsbereich
Für den Besuch der Grundsschulen (sechs Jahrgangsstufen) besteht Schulpflicht. Die Kinder werden mit sieben Jahren eingeschult. Derzeit gibt es 2.236 Lehrkräfte (zumeist Frauen). Eine Sekundarschul-Ausbildung gibt es in den Flüchtlingslagern nicht. Die Qualität des Unterrichts soll weiter verbessert werden. Neben der unzureichenden Ausstattung der Schulen wird die Effektivität des Unterricht durch weitere Faktoren beeinträchtigt: Die Lehrer arbeiten in der Regel unbezahlt, sodass nicht genügend qualifizierte Lehrkräfte eingestellt werden können. Sie haben kaum Möglichkeiten, durch Weiterbildung ihre Kenntnisse zu verbessern. Eine Klasse besteht aus 35 bis 40 Schülern, die häufig hungrig in die Klasse kommen und sich deswegen schlecht konzentrieren können. Manche Kinder bleiben deshalb gleich dem Unterricht fern. Eine zusätzliche Schwierigkeit stellt die steigende Schülerzahl dar: Für das Schuljahr 2007/2008 rechnet UNHCR mit 34.000 Schülern (2005/2006: 33.000 Schüler).
Was macht UNHCR, um die Schulbildung zu verbessern?
Ziel des UNHCR-Programms ist es, allen Flüchtlingskindern - Jungen und Mädchen gleichermaßen - den Besuch der Grundschule zu ermöglichen und zugleich Mindeststandards bei der Schulbildung zu sichern. Das durch dieses Programm geförderte Schuljahr beginnt im September 2007 und endet im Juni 2008. UNHCR finanziert die folgenden Bereiche:
1. Kauf von Materialien wie Mobiliar, Heften und Schulbüchern für die Grundschulen. Daneben werden auch Schuluniformen, Kleidung, Sportmaterialien, Küchenutensilien angeschafft und Schlafräume ausgestattet. Der Beitrag von UNHCR deckt etwa 20 Prozent des Gesamtbedarfs an Schulmaterialien ab. Er wird in Abstimmung mit den Vertretern der saharaurischen Flüchtlinge dem jeweiligen Bedarf entsprechend verwendet. Auf Wunsch der Saharauis kann auch ein Teil der Mittel für Schulbücher verwendet werden.
2. Weiterbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten. Für 2007 sind zwei Trainingsseminare für das Schulpersonal geplant, die der besseren didaktischen und fachlichen Ausbildung von Lehrern, Direktoren und Schulinspektoren dienen. Es handelt sich um ein Pilotprojekt. Die Kurse sollen auch in den Folgejahren fortgeführt werden, um die Motivation der Lehrer und die Effektivität des Unterrichts zu erhöhen und so die Schulabbrecherrate zu vermindern. Die Aktivitäten werden vom UNHCR-Partner Association Femmes Algériennes pour le Développement (AFAD) umgesetzt, einer Organisation, die auch Programme zur beruflichen und sozialen Bildung von Frauen in den Flüchtlingslagern macht.
Um eine Vorstellung davon zu haben, wie hoch der Bedarf an Schulmaterialien sein wird, hier als Anhaltspunkt die Zahlen aus dem laufenden Schuljahr 2006/2007. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen in den Flüchtlingscamps, wird der Bedarf für das Schuljahr 2007/2008 um einiges darüber liegen:
1. Schulmaterial Schreibhefte (48 Seiten), 200.000 Stück, Schreibhefte (96 Seiten), 248.000 St., Zeichenblöcke 40.000 St., Radiergummis 62.000 St., 40.000 Schülerausweise
2. Handarbeitsmaterial Kartonpapier, farbig 100.000 St., Scheren 50.000 St., Wasserfarben 20.000 St., Klebestifte 60.000 St., Buntpapier 100.000 St.
3. Schulmobiliar 1.800 Schultische, 150 Tafeln, 500 Lehrerpulte, 500 Lehrerstühle
4. Ausstattung der Schlafräume Bettwäsche 1000 St., 2.000 Matratzen, 4.000 Bettdecken, 4.000 Bettlaken
5. Küchenutensilien 2.000 Teller, Besteck 2.000 St., 10 Küchenschränke
6. Sportmaterial 60 Volleyballnetze, Trikots für 24 Mannschaften
7. Kleidung 40.000 Wollpullover, 40.000 Schuhe, 40.000 Jacken, 40.000 Turnschuhe
Bildung ist Zukunft! Auch Sie können den Wüstenkindern mit Ihrer Spende helfen!
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